CDU Gemeindeverband Perl
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Die Geschichte der Gemeinde Perl

Kurzbeschreibung der Gemeinde

Perl liegt an der saarländischen Mosel im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Luxemburg. Im Westen bildet die Mosel die natürliche Staatsgrenze zu Luxemburg. Im Süden verläuft die Grenze zu Frankreich. Im Norden grenzt die Gemeinde an das Bundesland Rheinland-Pfalz, im Osten liegt der Kreis Merzig-Wadern, dem die Gemeinde Perl seit 1973 mit seinen 14 Orten einschließlich Perl angehört.

Wappen der Gemeinde, umrandet durch die Wappen der einzelnen Ortschaften

 

 

Diese Seite befindet sich ab dieser Stelle noch im Aufbau. Die "Siedlungsgeschichte" bezieht sich zunächst hauptsächlich nur auf den Ort Nennig.

 

Siedlungsgeschichte - von Römern und Rittern

Die Geschichte des Ortes reicht, so scheint es, bis in die vorchristliche Zeit zurück, sprich in die Zeit der Kelten (diese kamen ca. 400 v. Chr. auf). Dafür spricht zum einen die keltische Herkunft des Ortsnamens (Nanniacum) und zum anderen Überreste einer Siedlung, die bei Ausgrabungen entdeckt wurden.

Den entscheidenden Schritt tat Julius Cäsar, der 55 v. Chr. ein römisches Heer auf die westliche Rheinseite führte. Die Kelten wurden vertrieben, und eine prachtvolle Kultur ließ diesen Raum zum Leben erwecken. Beispiele in unserer Umgebung hierfür sind die Stadt Trier, die Tempelanlagen bei Tawern sowie die Römischen Villen in Borg und Nennig. Die Römer mögen durch die günstige Lage zum Bau der Villenanlage mit ihrem heute überregional bekannten Mosaikfußboden bewogen worden sein (ca. 117-138 n.Chr.). Die römische Heerstraße Trier-Metz, wenige Kilometer östlich der Villa, schloß an die Nord-Süd-Achse an.

Nach den Römern (Mitte des 5. Jhdt.) wurde Perl von den Franken (Merowinger) besiedelt, was aus einem großen Gräberfeld hervorgeht, welches im Jahre 1926/27 entdeckt wurde. Fränkische Große herrschten in der römischen Villa. Von der karolingischen Frühzeit (715-768) liegen keine Angaben des Ortes vor, jedoch in der spätkarolingischen Zeit rückt die Obermosel wieder ins Blickfeld. Die Nachfolger Karls des Großen hatten viel unter den Überfällen der Normannen zu leiden. Von Skandinavien kommend fielen sie über Trier und Prüm her, plünderten und zerstörten. Bischof Walo von Metz wollte die Gefahr abhalten, und so kam es am 10.04.882 zur Schlacht bei Perl und Remich. Dabei wurde die Villa bis auf den Mosaikfußboden zerstört. Die Normannen siegten.

Direkte Nachfahren der Germanen, die im 5. Jhdt. die Römer schlugen, traten im 11. und 12. Jhdt. als Freie auf. Die Grafengeschlechter bauten sich auf ihren Besitzungen Burgen und legten sich Namen zu, wodurch sie sich unterschieden. 1180 treten in einer Urkunde des Trierer Bischofs erstmals die Ritter Bovo und Reiner von Berg auf, die im Dienste des Bischofs standen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie bereits, so nimmt man an, die Burg Berg errichtet.

Sie besteht aus einer Ober- und einer Unterburg und war damals von Wassergräben umgeben. Teile der Ringmauer sind noch heute erhalten. Die Besitzer gingen im Laufe der Zeit dazu über, die Burg zu einem Schloß umzubauen. Ein Luxemburger errichtete ebenfalls um diese Zeit in Perl das Schloß Bübingen (ca. 1340). Im Jahre 1442 wurde der letzte Mannesstamm der von Berg zu Grabe getragen. Danach wechselte der Besitzer mehrmals. Im 2. Weltkrieg wurden beide Schlösser fast vollständig zerstört. Die Ruine von Schloß Bübingen befindet sich heute in Privatbesitz. Schoß Berg wurde wieder aufgebaut und zum Schullandheim umfunktioniert. 1984 wurde dieses geschlossen und zum Kauf angeboten. Die Saarland Sporttoto GmbH und die Saarland Spielbanken GmbH bauten es nach dem Erwerb in eine Spielbank und ein Hotel mit Restaurant um. Am 12.10.1990 wurde es feierlich eröffnet.

Vor und während des 3. Reiches

Ende 1918 hatten die letzten Truppen die Gemeinde verlassen. Danach quartierten sich für einige Zeit amerikanische Soldaten ein. Im Frühjahr 1919 zogen sie aus Europa ab und die Franzosen übernahmen die Besetzung des Mittelrheingebietes, zu dem auch Nennig und die umliegenden Orte gehörte. Alle Beamten mussten ihren Dienst unter französischer Aufsicht versehen.

Ende der 20er Jahre machten sich Inflation und Arbeitslosigkeit breit. Die Arbeitslosen gingen zu Fuß oder fuhren mit dem Fahrrad nach Saarburg "stempeln". Die hohe Arbeitslosigkeit war ein guter Nährboden für den Nationalsozialismus. In der Gemeinde waren besonders aktive NSDAP-Mitglieder am Werk.

Am 12. März 1933 wurde der Kreistag in Saarburg neu gewählt. Von 22 gewählten Kreistagsmitgliedern erschienen 19. Die NSDAP stellte 11 und das Zentrum 8 Mitglieder. Dieser Tag war der letzte Versuch, die schon geschlagene Demokratie zu retten. Am 5. Mai 1933 trat der Kreisausschuss zusammen. Der Kreisleiter aus Nennig wurde zum Vertreter des Landrats gewählt. Im Ort selbst bestand eine Ortgruppe der NSDAP und eine Filiale der Gestapo. Nach Eintragungen aus der Kirchenchronik war es ein Terrorregiment, worunter man sehr zu leiden hatte. Im Tagebuch der NSDAP war zu lesen, dass Dechant Josef Feiten "reif für das Konzentrationslager sei". Vermutlich wegen des hohen Ansehens, das er in der Bevölkerung genoss, sah man davon ab.

Während des 2. Weltkriegs lag beispielsweise Nennig im so genannten "Orscholzriegel". Hier fanden besonders lange und harte Kämpfe statt mit beidseitig schweren Verlusten (Deutsche/Amerikaner). Nach der Rückkehr aus der Evakuierung (1939 und 1945) fanden die Bürger ein ausgebombtes und bis zu 80 % zerstörtes Dorf wieder. Man fasste jedoch neuen Mut, und unter unsagbaren Opfern begann der Wiederaufbau.

Am 1. Oktober 1947 wurde der südliche Teil des Kreises Saarburg, zu dem auch Perl gehörte, dem Kreis Merzig- Wadern eingegliedert.

Der Weinbau

Der Wein hat eine sehr lange Tradition in der Gemeinde. Bereits die Römer haben ihn bei uns eingeführt, nachdem sie erkannt hatten, dass die Reben auch hier an den sonnigen Hängen und in den milden Tallagen gut gedeihen. Besonders gefördert wurde der Rebanbau im 14. und 15. Jahrhundert durch die Klöster und Abteien, die viel Land in Nennig besaßen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sind die Stöcke noch planlos angebaut worden. Heute finden sich in den Ortsteilen Perl, Oberperl, Sehndorf und Nennig Winzerfamilien, die das einzige Weinanbaugebiet im Saarland bewirtschaften. Die Gutsweine genießen international einen sehr guten Ruf. Weinliebhaber und die, die es werden wollen, können sich entweder an einem Tag des offenen Kellers bei den einzelnen Winzern selbst von der Qualität überzeugen oder auf den vielen Festen in der Gemeinde. In diesem Zusammenhang ist die Weinkirmes in Perl (Juli), das Obermoselweinfest in Nennig (August) oder die Kellertage in Perl (Oktober) zu nennen.

Links

  • zur geschichtlichen Entwicklung des Weinbaus in Perl und seiner Bedeutung in der christlichen Kultur:  Weingut Karl Petgen

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